Arbeitszimmer im Keller – Kann ich dies steuerlich absetzen?

„Ich habe mit meinem Arbeitgeber vereinbart, dass ich ausschließlich von zu Hause aus arbeiten werde. Hierfür habe ich ein Arbeitszimmer im Keller eingerichtet. Kann ich hierfür Kosten steuerlich absetzen?“

Ob Sie die Kosten für das Arbeitszimmer im Keller in Ihrer Einkommensteuererklärung absetzen können, ist nun eindeutiger geregelt.

Was muss beachtet werden?

Der Gesetzgeber unterscheidet zunächst zwei Fallgruppen, für die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abzugsfähig sind. Aufwendungen, die auf Ihr Arbeitszimmer entfallen, sind unbeschränkt abzugsfähig, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Betätigung darstellt. Maßgeblich hierfür ist der qualitative Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit. Dem zeitlichen Umfang der Nutzung des Arbeitszimmers kommt nur indizielle Bedeutung zu. Liegen diese Voraussetzung bei Ihnen nicht vor, können Sie dennoch Aufwendungen steuerlich geltend machen, wenn für Ihre berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Der Abzug ist jedoch in diesem Fall auf EUR 1.250,– beschränkt. Insoweit können Sie je nach Art Ihrer Tätigkeit Aufwendungen entweder in beschränkter oder unbeschränkter Höhe geltend machen. Strittig war bislang die Behandlung eines Arbeitszimmers im Keller. Der Bundesfinanzhof stellte mit Urteil vom 11.11.2014 (VIII R 3/12) jedoch klar, dass auch Kellerräume als häusliche Arbeitszimmer zu berücksichtigen sind, sofern sie als Zubhehörräume zur Wohnung in einer räumlichen Verbindung stehen. Sie können also Aufwendungen wie z.B. Miete, Strom und Wasser insoweit geltend machen, wie sie auf das Arbeitszimmer entfallen. Hier können Sie allerdings nicht den grundsätzlichen Aufteilungsschlüssel wählen. Dieser bestimmt sich nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur Gesamtwohnfläche, die nach der Wohnflächenverordnung zu ermitteln ist. Hiernach gehören zur Wohnfläche allerdings nicht die Grundflächen von Zubehörräumen und somit insbesondere nicht von Kellerräumen. Da dieser Aufteilungsmaßstab zu unrealistischen Ergebnissen führen würde, sieht das Urteil des Bundesfinanzhofs vor, dass die Aufwendungen vielmehr anhand des Verhältnisses der Fläche des Arbeitszimmers zur Gesamtfläche aller Räume, daher auch Nebenräume, aufzuteilen sind. Wie im Urteilsfall kann der Keller auch ausnahmsweise als Hauptraum zu qualifizieren sein. Dies ist der Fall, wenn der Raum unmittelbar seiner Funktion nach dem Wohnen dient und er nach seiner baulichen Beschaffenheit, Lage und Ausstattung dem Standard eines Wohnraums vergleichbar ist. In dieser Konstellation erhöht nur Ihr als Arbeitszimmer genutzter Kellerraum die Gesamtfläche, nicht hingegen die sonstigen Nebenräume.