Jahresabschlusserstellung

Entgeltumwandlungsvereinbarung – Wie werden Zahlungen an und aus der Pensionskasse steuerlich behandelt?

„Mit meinem Arbeitgeber werde ich eine Entgeltumwandlungsvereinbarung abschließen, die über eine Pensionskasse abgewickelt werden soll. Wie werden die Einzahlungen in die Pensionskasse sowie die Auszahlungen aus der Pensionskasse steuerlich behandelt?“

Die Beiträge Ihres Arbeitgebers an eine Pensionskasse sind zunächst steuer- und sozialversicherungsfrei, sofern die Beiträge im Kalenderjahr 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen. Derzeit können somit jährlich EUR 2.976,– und monatlich EUR 248,– für die betriebliche Altersvorsorge steuer- und sozialversicherungsfrei aufgewendet werden. Darüber hinaus können jährlich weitere EUR 1.800,– steuerfrei jedoch sozialversicherungspflichtig in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden, wenn die Beiträge aufgrund einer Versorgungszusage geleistet werden, die nach dem 31.12.2004 erteilt wurde.Bei sogenannten Altzusagen sind die Beiträge nicht steuerfrei. Die Beiträge werden stattdessen mit einem niedrigeren Steuersatz in Höhe von 20 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggfls. Kirchensteuer besteuert.

In der Auszahlungsphase von Altzusagen ermöglicht der Gesetzgeber hingegen unter bestimmten Voraussetzungen (u.a. Mindestvertragslaufzeit von 12 Jahren) eine nicht steuerbare Kapitalauszahlung. Für spätere Leistungen aus der Altersversorgung aufgrund von Neuzusagen sieht der Gesetzgeber eine nachgelagerte volle Besteuerung vor, soweit die Leistungen auf geförderten Beiträgen beruhen. Die Leistungen sind ungeachtet einer Auszahlung durch Einmal-Kapitalzahlung oder durch regelmäßige Rentenzahlungen in voller Höhe steuerpflichtig.

Da Ihr persönlicher Steuersatz im Ruhestand in der Regel geringer als Ihr aktueller Steuersatz während des aktiven Arbeitsverhältnisses sein wird, profitieren Sie grundsätzlich von einer geringeren Steuerbelastung. Zu einem nachteiligen Ergebnis kann die volle Besteuerung der Einmal-Kapitalauszahlung führen. Hierin sieht jedoch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 19.05.2015 (Az. 5 K 1792/12) entgegen des Schreibens vom Bundesfinanzministerium vom 24.07.2013 (BStBl. I S. 1022) außerordentliche Einkünfte, da es sich im Urteilsfall um eine Vergütung für über mehr als zwei Veranlagungszeiträume angesparte Beitragszahlung handelte. Die außerordentlichen Einkünfte sind dann tarifermäßigt zu besteuern. Das Verfahren ist nunmehr beim Bundesfinanzhof (Az. X R 23/15) anhängig. Bei gleichlautenden Fällen empfehle ich Einspruch mit Verweis auf das anhängige Verfahren einzulegen.