Firmenwagen: Tanken für die Einkommensteuererklärung?

Mein Arbeitgeber stellt mir einen Firmenwagen zur Verfügung und übernimmt monatlich eine Tankfüllung. Dies reicht leider nicht aus. Kann ich die weiteren Tankbelege von der Steuer absetzen?

Welche Möglichkeiten der Versteuerung eines Firmenwagens gibt es?

Für die Frage der Absetzbarkeit der zusätzlichen Betriebskosten des Firmenwagens, wie z.B. die von Ihnen übernommenen Tankkosten, ist zunächst entscheidend, nach welcher Methode der geldwerte Vorteil für die Gestellung des Firmenwagens erfolgt.

Der sogenannte geldwerte Vorteil (den Sie in Ihrer Lohnabrechnung versteuern müssen) entsteht, wenn Sie den Firmenwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nutzen dürfen.

Für die Berechnung des geldwerten Vorteils gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder beläuft er sich monatlich auf ein Prozent des Bruttolistenpreises (zzgl. Sonderausstattung) zum Zeitpunkt der Erstzulassung oder Sie ermitteln ihn durch das Führen eines Fahrtenbuchs.

Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem Firmenwagen sind darüber hinaus die Entfernungskilometer entscheidend. Während es sich bei der Ein-Prozent-Methode um eine reine Pauschalisierung handelt, werden bei der Fahrtenbuchmethode die tatsächlichen Kosten, die auf Ihre Privatfahrten entfallen, ermittelt und der Besteuerung zugrunde gelegt. Hierbei werden auch nur die Kraftfahrzeugkosten berücksichtigt, die der Arbeitgeber tatsächlich getragen hat.

Kann ich die weiteren Tankbelege von der Steuer absetzen?

Bei der Fahrtenbuchmethode erübrigt sich das Absetzen der weiteren Tankbelege als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung, da diese nicht Ihren geldwerten Vorteil erhöht haben. Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs ist auch die Minderung des geldwerten Vorteils aufgrund der selbstgetragenen Tankkosten bei der Bruttolistenpreismethode nicht zulässig.

Allerdings hat das Finanzgericht Düsseldorf mit Urteil vom 04.12.2014 (Az. 12 K 1073/14 E) entschieden, dass im Rahmen des Werbungskostenabzugs in der Einkommensteuererklärung die vom Steuerpflichtigen zusätzlich getragenen Tankkosten zu berücksichtigen sind. Hierdurch werden insbesondere die Ungleichbehandlung gegenüber Arbeitnehmern, deren Arbeitgeber alle Betriebskosten des Firmenwagens tragen, gemildert.

Ich empfehle Ihnen, in diesem Fall die Tankbelege mit Verweis auf das Finanzgerichtsurteil vom 04.12.2014 (Az. 12 K 1073/14 E) steuerlich geltend zu machen.